Die Galapagos Inseln

Spiegelglattes Meer, eine Schildkröte paddelt an uns vorbei und überholt uns. Der Spinnaker schwappt träge hin und her. Kavenga macht gerade noch Fahrt. Knapp zweitausend Seemeilen sind es noch bis zu den Galapagos Inseln. Zweitausend Seemeilen sollten wir in unter zwei Wochen schaffen, sollten wir, werden wir aber nicht! Ich übe Astronavigation mit Britta. Britta schafft das schon ganz toll. Der Sextant ist schwer, doch der Fehler auf der Seekarte wird kleiner und kleiner. Die Tage vergehen, dann kommt Südostwind. Der 14. Februar ist Silkes Geburtstag. Kavenga läuft hoch am Wind. Vor uns liegt Acapulco, Mexiko. Dann ruckt es an der Angelleine, ein Fisch, ein Geburtstagsfisch. Leider ist es nur ein kleiner Hai und wir lassen ihn wieder frei. Er verschwindet im Tiefblau des Pazifiks. Wir motoren ein paar Stunden, da beginnt die Wasserpumpe zu lecken. Es ist schon dunkel als wir den Spinnaker setzen. Kavenga macht gerade genug Fahrt für den Autopiloten und liegt ruhig, so dass die Werkzeuge uns nicht zu sehr über den Fussboden rollen. Die Kugellager der Pumpe sind total zerbröselt. Wir haben Ersatzteile dabei, und morgens um vier ist der Motor wieder einsatzbereit. Der Wind hat zugelegt, tolles Spinnakersegeln für zwei Tage. Der Wind dreht auf Süd, hart am Wind können wir Academy Bay gerade noch anliegen. Es wird rauh. 25 bis 35 Knoten aus Süd, Kavenga rumpelt wie über eine Schlaglochpiste. Dann knallt es plötzlich und ein Unterwant liegt an Deck. Zu dritt riggen wir ein Notwant, legen es über eine Winsch und knallen es an. Und jetzt? Ein gebrochenes Unterwant ist kein Drama, solange nicht gleich noch eins bricht, oder zwei. Können wir dem Rigg noch trauen? Sollen wir weiter gegenanbolzen oder eine Wende nach steuerbord machen, mit halbem Wind Richtung Marquesas segeln? Das wäre die seglerisch sichere Lösung. Nein, dafür haben wir uns zu sehr auf die Galapagos Inseln gefreut. Das Wetter muss doch besser werden.

Drei Grad Nord, hohe Gewitterwolken am Himmel, wir laufen durch die Intertropical Convergence Zone. Der 18. Tag auf See, der 25. Februar, vor uns liegt das erste Land, es ist die Isla Culpepper. Vögel überall, eine schroffe winzige Insel, Steilküste, Brecher auf Felsen. Nachtfahrt, auf dem Radar sieht man die Isla Isabella. Am frühen Morgen taucht mit dem ersten Licht der nördlichste Vulkan der Isla Isabella aus der Nacht auf. Karges Land, erstarrte Bäche von Lava auf den Hängen der Vulkane. Mantarochen schwimmen neben Kavenga, Schildkröten, Delfine, ein paar Wale, Seelöwen. Nachmittags laufen wir ein in Puerto Ayora auf der Isla Santa Cruz. Segelschiffe, ein Frachter vor Anker, bunte Häuser am Land, dahinter der Vulkan. Unser Anker fällt nach 21 Tagen.


Islas Encantadas, die verzauberten Inseln, die Galapagos Inseln sind einer der besten Plätze die wir auf dieser Reise finden. Die Strassen von Puerto Ayora sind leer. Hier gibt es fast nur Fahrräder, das Leben ist ruhig. Draussen liegt ein Frachter auf Reede und wird entladen. Stück für Stück wird die Fracht auf kleinen Leichtern in das winzige Hafenbecken gebracht: Säcke mit Mehl, Bierflaschen, Lebensmittel, Ersatzteile... Wir gehen zur Bank und plötzlich sind wir Millionäre, denn für 40 US Dollars bekommen wir eine  Million Sucres. Vier Wochen lang bleiben wir in Puerto Ayora. Der Ankerplatz ist hundsmiserabel, der Passat lässt die Wellen in die offene Bucht rollen. Neben Kavenga brechen sie sich am Ufer. Matt von der Yacht neben uns geht baden, als sein kleines Dinghy auf dem Weg zum Hafen vollschlägt und sinkt. Was macht das alles schon? Die Menschen hier sind unheimlich freundlich. Wir fühlen uns so richtig wohl.
Mit Carlos fahren wir in den Nationalpark und schleichen uns stundenlang durch das Gebüsch auf der Suche nach den Riesenschildkröten. Wie majestätisch sie sind, wie alt und weise sie aussehen. Blaufüssige Tölpel nisten in den Felswänden am Ufer. Fregattvögel kreisen am Himmel und warten auf ihre Chance jemandem die Beute abzujagen. Wir erholen uns von dem anstrengenden Trip hierher, reparieren was zu reparieren ist, laden Kavenga mit  Proviant voll, klönen viel mit all den anderen Seglern, und dann geht es weiter zur nächsten Insel, der Isla Isabella.

Isla Isabella, hierher kommen nicht viele Schiffe. Zwei oder drei andere Yachten liegen in der Ankerbucht ausser uns. Auf der vorgelagerten Insel leben tausende von Iguanas, den berühmten Meereseidechsen der Galapagos Inseln. Seelöwen toben in den Brechern und warten auf die perfekte Welle, um an den Strand zu surfen. Karge Lavalandschaft. Britta paddelt jeden Morgen alleine an Land und verbringt Stunden mit den Tieren. Galapagos, ein Paradies der Tiere. Wir reiten zum Rand des hohen Vulkanes hinauf. Drei Wochen vergehen hier im Nu. Wollen wir wirklich weiter? Natürlich nicht! Vor uns liegen 3500 Seemeilen bis nach Tahiti in Französisch Polynesien. Die Segelsaison im Südpazifik ist kurz und der Weg nach Townsville noch ganz schön weit. Los geht's. 
hier gibt es eine schöne Geschichte über die Galapagos Schildkröten

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